So haben wir unsere Studie zur belgischen KMU-Website aufgebaut

The State of the SME Website in Belgium 2026 misst die technische, kommerzielle und generative (GEO-)Reife auffindbarer belgischer KMU-Websites. Dieser Artikel erklärt den Aufbau: was wir messen, wie wir Unternehmen finden und warum wir unsere eigenen Schwächen veröffentlichen.

The State of the SME Website in Belgium 2026 ist eine nationale Basismessung belgischer KMU-Websites durch SEMANU. Sie ist ein Zensus, keine Stichprobe: Jede auffindbare KMU-Website wird mit einem deterministischen, öffentlichen Instrument gemessen, ohne KI in der Messung. Der Code ist Open Source, der pseudonymisierte Datensatz erscheint unter CC BY 4.0 und Ergebnisse einzelner Unternehmen werden nie veröffentlicht, nur Aggregate.

Kurz gefasst

  • Ein Zensus aller auffindbaren belgischen KMU-Websites, aufgebaut auf den offenen Daten der Zentralen Unternehmensdatenbank.
  • Drei Suchschichten: das Website-Feld im Register, das Common-Crawl-Webarchiv und aus dem Firmennamen abgeleitete Domains, akzeptiert nur mit Eigentumsnachweis.
  • Das Instrument ist deterministisch und öffentlich: Jeder kann denselben Code auf derselben Website ausführen und erhält dasselbe Ergebnis.
  • Der Selektionseffekt von Webforschung wird pro Suchschicht gemessen und publiziert, nicht wegargumentiert.
  • Protokoll, Codebuch und Datensatz erscheinen mit permanenter DOI; pro Unternehmen wird nichts veröffentlicht.

Warum es diese Studie gibt

Wer heute wissen will, wie belgische KMU online dastehen, findet vor allem Verkaufsargumente: Zahlen von Anbietern, die Websites, Tools oder Beratung verkaufen, gemessen auf eine Weise, die niemand prüfen kann. Wir wollten eine Basismessung, die man nachrechnen kann, statt ihr glauben zu müssen. Deshalb veröffentlichen wir nicht nur Ergebnisse, sondern das gesamte Instrumentarium: das Protokoll, den Messcode und die Schwellenwerte hinter jedem Indikator.

Ein Zensus, keine Stichprobe

Die Studie misst nicht tausend zufällige Websites, sondern jede KMU-Website, die sie finden kann. Damit verschiebt sich die Kernfrage vom Stichprobenfehler zur Abdeckung: nicht „wie repräsentativ ist die Auswahl“, sondern „welchen Teil der Population sehen wir“. Diese Abdeckung berichten wir explizit, mit einer unabhängigen Recall-Kontrolle gegen eine Liste, die beim Auffinden der Websites keine Rolle spielte.

Wie wir Unternehmen mit Website finden

Das Rückgrat ist das Unternehmensregister. Darauf suchen drei Schichten nach Websites: das Website-Feld, das Unternehmen selbst dem Register gemeldet haben, das öffentliche Common-Crawl-Webarchiv, in dem wir Unternehmensnummern auf Seiten erkennen und drittens Domains, die wir aus dem registrierten Firmennamen ableiten: ein Kandidat zählt erst, wenn das Eigentum bewiesen ist. Eine vierte Schicht über eine Such-API starb unterwegs: Google schloss diesen Weg Anfang 2026. Statt die Lücke zu verschweigen, ersetzten wir sie durch einen Validierungsschritt, der misst, wie viel wir verpassen.

Was wir messen und warum keine KI beteiligt ist

Pro Website erfasst der Scanner ausschließlich maschinell verifizierbare Indikatoren: Erreichbarkeit, Sicherheit, Auffindbarkeit, Kontaktmöglichkeiten, kommerzielle Signale und die statische GEO-Reife: kann ein KI-Crawler die Website lesen und verstehen? Kein Urteil, kein Modell, keine Interpretation: Derselbe Code liefert auf derselben Website immer dieselbe Antwort. Das Instrument ist versioniert und jede gemessene Zeile trägt die Version, die sie erzeugt hat. Version 1.0 haben wir vollständig verworfen, nachdem ein Test auf unserer eigenen Website fünf Detektoren entlarvte, die vernünftig aussahen aber fast immer richtig oder fast immer falsch lagen. Diese Fehler sind in der Versionsgeschichte beschrieben, mit Tests, die das alte Verhalten belegen.

Der Selektionseffekt: benannt, begrenzt, publiziert

Den schärfsten Einwand gegen dieses Design stellen wir selbst: Wer auffindbare Websites misst, misst Unternehmen, die auf Auffindbarkeit selektiert sind. Unsere Antwort ist nicht Leugnen, sondern Begrenzen. Alle Suchschichten selektieren in dieselbe Richtung, zu stärkerer Webpräsenz, also ist jedes berichtete Defizit eine Untergrenze des wahren Defizits. Jede Kernzahl wird pro Suchschicht aufgeschlüsselt, die Überlappung zwischen den Schichten wird gemessen und eine Zufallsstichprobe nicht gefundener Unternehmen wird von Hand geprüft. Die größte Unbekannte des Designs wird eine gemessene Zahl mit Intervall, keine Fußnote.

Alles nachprüfbar

Der Messcode ist Open Source unter MIT-Lizenz. Das Protokoll wird präregistriert und mit permanenter DOI archiviert und der pseudonymisierte Datensatz (alle Indikatoren pro Unternehmen unter einer zufälligen Studien-ID, ohne Name, USt-Nummer oder URL) erscheint unter CC BY 4.0. Der Scanner meldet sich ehrlich mit eigenem Namen und Kontaktadresse, respektiert robots.txt, ruft höchstens vier Seiten pro Website ab und verteilt seine Anfragen. Der ethische Rahmen folgt dem Menlo Report und dem europäischen Verhaltenskodex für Forschungsintegrität von ALLEA.

Was folgt

Die Messung läuft in Wellen über mehrere Wochen. Danach folgen hier die ersten Ergebnisse: wie belgische KMU technisch, kommerziell und im Zeitalter der KI-Suche wirklich dastehen, mit jeder Einschränkung dabei. Wer es nicht glaubt, kann es nachrechnen. So soll es sein.

Fragen zu dieser Studie oder Interesse an Zusammenarbeit? SEMANU Research ist offen für methodisches Feedback, Medienpartnerschaften und Branchenverbände, die die Ergebnisse nutzen möchten.